medizin Eine Million Tote durch Malaria

Allein in Afrika fordert die Infektionskrankheit unter Kindern drei mal mehr Opfer als Aids. Der erste Weltmalariabericht beschreibt die Initiativen zur Bekämpfung der Seuche

Rund eine Million Menschen sterben jedes Jahr an Malaria - die meisten davon in Afrika. Dennoch gibt es bei der Bekämpfung der Infektionskrankheit Fortschritte durch Vorsorgemaßnahmen. Das geht aus dem ersten Weltmalariabericht hervor, den die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammen mit dem UN- Kinderhilfswerk UNICEF am Dienstag in Genf veröffentlicht hat. »Viele Länder setzen zunehmend Malaria-Kontrollprogramme ein, und sogar diejenigen mit nur begrenzten Möglichkeiten und einer hohen Malariabelastung können nun besser gegen diese Krankheit vorgehen«, sagte WHO-Generaldirektor Jong Wook Lee. Problematisch ist allerdings, dass in vielen Regionen die Malariaerreger Resistenzen gegen die gängigen Medikamente ausbilden.

»Derzeit ist Malaria die Infektionskrankheit, die mehr Todesopfer unter den Kindern in Afrika fordert als jede andere - drei Mal mehr als die HIV-Infektion«, betonte die neue UNICEF-Geschäftsführerin Ann Veneman. Nach den Millenniumszielen der Vereinten Nationen soll die Ausbreitung der Krankheit bis 2015 weitgehend gestoppt oder sogar umgekehrt werden. Gute Erfolge würden bereits in Äthiopien und Tansania verzeichnet, hieß es in Genf. Dem Bericht zufolge sind im Jahr 3,2 Milliarden Dollar (rund 2,5 Milliarden Euro) nötig, um in den 82 Ländern mit der größten Malarialast wirksam helfen zu können. Es stehen laut Veneman aber nur 600 Millionen Dollar zur Verfügung.

In Asien und Lateinamerika ist die Zahl der Erkrankungen deutlich zurück gegangen. »Wir gehen durch eine bessere Vorsorge von einem Rückwärtstrend von 20 Prozent über fünf Jahre aus«, sagte WHO-Malariaexperte Allan Schapira vor Journalisten in Genf. Bisher sei Malaria eine »vernachlässigte Krankheit« gewesen, erklärte Awa Marie Coll-Seck von der in Genf ansässigen »Roll Back Malaria Partnership«. Dies habe sich etwa seit 2000 geändert, der Trend kehre sich um.

Die Zahl der weltweiten Malariafälle wurden Ende 2004 auf zwischen 350 und 500 Millionen geschätzt, sagte Schapira. Offiziell registriert worden seien lediglich unter 100 Millionen Fälle. Der Grund liege darin, dass viele Erkrankte keine Krankenstationen aufsuchten und zahlreiche Länder, vor allem in Afrika keine Zahlen veröffentlichten.

UNICEF und WHO haben die zum Teil nur schwer zugänglichen Daten über das Auftreten der Malaria bis 2004 gesammelt und ausgewertet. Demnach hat sich in den vergangenen drei Jahren unter anderem der Gebrauch von Moskitonetzen, die mit Insektiziden behandelten wurden, in vielen Ländern Afrikas etwa verzehnfacht. In Sambia schlafen wegen einer 2003 begonnenen Kampagne mindestens 80 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren unter solchen Netzen. Eine ähnliche Kampagne in Togo im Dezember vergangenen Jahres bewirkte, dass die Zahl der Haushalte, die mindestens ein behandeltes Netz besitzen, von 8 auf 62 Prozent anstieg.

Zum Thema:
WHO: Malaria

 
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