Finanzinvestoren Private EquitySeite 3/3
Wie funktioniert das Geschäft?
Als Erstes wird ein Fonds aufgelegt, das Geld dafür kommt vor allem von Pensionsfonds, Banken oder Versicherungen. Der zweite Schritt ist der Erwerb der Mehrheit an einem Unternehmen, finanziert zu einem Drittel mit dem Eigenkapital des Fonds, zu zwei Dritteln über Bankkredite. Zurückgezahlt werden diese Kredite aus dem Cash Flow der gekauften Unternehmen und dem Erlös beim späteren Börsengang oder Verkauf. Das erzeugt großen Druck auf Mitarbeiter und Firmenleitung, denn Private-Equity-Firmen bleiben nur einige Jahre beteiligt. Vor dem Wiederausstieg werden die Firmen oft restrukturiert, fusioniert oder zerlegt. Weil ein Börsengang zuletzt kaum möglich war, gingen immer mehr Investments von einem Private-Equity-Haus zum nächsten.
Was sagen die Kritiker?
Die gekauften Unternehmen bezahlen die für ihren Kauf gemachten Schulden zum Teil selbst. Das führt am Anfang oft dazu, dass die Firmen, wie jetzt ATU, Verluste schreiben. Auch die Strategie des Zerlegens oder harten Sanierens ist problematisch. Misserfolge in Deutschland: Fairchild Dornier (Insolvenz) und die Bundesdruckerei (Weiterverkauf für einen Euro).
Was entgegnen die Investoren?
Allein schon aus steuerlichen Gründen sind Schulden nicht per se schlecht, außerdem werden sie nicht aus den stillen Reserven des Unternehmens getilgt, sondern aus dem laufenden Ergebnis (Free Cash Flow). Im Idealfall ist eine Private-Equity-Transaktion eine freundliche Übernahme, bei der das Management beteiligt wird. Aktuelles Beispiel: Wincor Nixdorf, wo Tausende neue Stellen entstanden.
- Datum 23.02.2007 - 06:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 11.05.2005 Nr.20
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