DIE ZEIT: Mister Hornby, Sie beschäftigen sich in vielen Ihrer Bücher mit dem Prozess des Erwachsenwerdens, besonders von Männern, die nicht älter werden wollen. Da ist der Fußballfan in Fever Pitch, der Musikliebhaber in High Fidelity oder der Frauenjäger in About a Boy

Nick Hornby: Wobei mich weniger die Frage interessiert, wie man erwachsen wird. In unserer Gesellschaft sind alle Indikatoren dafür verschoben worden. Ich glaube nicht, dass sich die Generation meines Vaters damit beschäftigen musste. Die meisten verließen die Schule mit 16 Jahren. Mein Vater kam aus einer armen Familie, sein erster Job war Bürobote. Dann, im Laufe meiner Kindheit und Jugend, machte er Karriere und wechselte die Schicht, von der working class zur middle class. Früher sind die Schritte automatisch früh passiert, Job, Ehe, Kinder. Heute gilt das nicht mehr. Selbst Arbeiterkinder werden ermutigt, länger in die Schule zu gehen, das College zu besuchen. Frauen wollen ihre Kinder heute später. Sehen Sie doch nur uns drei an, wie wir hier sitzen. Nichts an uns lässt auf ein erwachsenes Leben schließen: Sie tragen Jeans…

ZEIT: …und Sie Turnschuhe…

Hornby: …und niemand wird mich auf der Straße deswegen merkwürdig ansehen.

ZEIT: Fühlen Sie sich dabei wohl?

Hornby: Ja, schon, aber was ich sagen will: Weil die Äußerlichkeiten nichts mehr aussagen, müssen wir in unserem Inneren erwachsen werden. Welche Musik sollen wir hören, wenn Bob Dylan 60 ist und wir ihn unser ganzes Leben lang gehört haben?

ZEIT: Fühlen Sie sich heute erwachsen?