Ich habe einen TraumSeite 3/3

Sechzig Jahre nach Kriegsende sind meine Träume einer Gesellschaftsordnung erwachsen geworden. Ich träume heute von einer revitalisierten Demokratie, die die Überwindung aller unnötigen Gesetze bedeutet. Von einer allmählichen Wandlung eines bürokratischen Verordnungsstaates hin zu einer aufklärenden Demokratie mündiger Bürger, die sich mehr und mehr an Entscheidungsprozessen beteiligen. Von einer Ordnung, die Gesetze nur erlässt, wenn fünfmal mehr dafür außer Kraft gesetzt werden. In meiner Vision muss jedes Gesetz nach maximal fünf Jahren auf den Prüfstand und völlig neu überdacht werden.

Die Revolution in der Ukraine in diesem Frühjahr – ein Erwachen voller Leidenschaft und Überzeugung – hat uns gezeigt, worauf es ankommt: auf wahre, tief empfundene Überzeugungen. Ich träume davon, sich nicht mit Kleinkram aufzuhalten, im Bestreben, das große Ganze zu ändern. Es ist der Traum von einem politischen Denkprozess, der nie aufhört.

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Aufgezeichnet von Andrea Thilo

 
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