Nach der Wahl in NRW Merkel kurz vor Kür

Führende Unions-Politiker sprechen sich für die CDU-Vorsitzende als Kanzlerkandidatin aus

Nach dem Vorstoß der SPD-Spitze für eine vorgezogene Bundestagswahl hat sich die Union in weiten Teilen bereits auf CDU-Chefin Angela Merkel als Kanzlerkandidatin festgelegt. Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt sagte der Leipziger Volkszeitung (Montag), für ihn sei Merkel nach dem Wahlerfolg „ganz klar“ Kandidatin der Union. Der niedersächsische Ministerpräsidenten Christian Wulff sagte am Montag im Deutschlandfunk, dass „jeder ahnt und jeder weiß, wie die Entscheidung fallen wird“. „Ich denke, dass (Angela Merkel) mit Ihrer Vermutung sehr in der Realität liegen“, sagte. Eigene Ambitionen habe er nicht. Seinerseits würde der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust „sehr eindeutig“ auf Angela Merkel hinauslaufen.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sicherte am Montag vor einer CDU-Präsidiumssitzung in Berlin, „von keinem in der Union werden sie etwas anderes hören, als dass Angela Merkel unsere Kandidatin ist“. Koch hatte zuvor betont, er gehe davon aus, dass auch die „Kollegen von der CSU“ in der Frage der Kanzlerkandidatur genauso dächten wie die CDU-Spitze.

Der bayerische Ministerpräsident und CSU- Vorsitzende Edmund Stoiber äußerte bisher zurückhaltend zu einer möglichen Kanzlerkandidatur der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel. Es werde „binnen einer Woche“ eine gemeinsame Präsidiumssitzung von CDU und CSU geben, sagte er am Sonntagabend in der ARD. Dort würden auch die personellen Fragen für die anvisierte Neuwahl geklärt. „Wir machen das im Einvernehmen.“ Stoiber vermied es, sich konkret dazu zu äußern, ob alles auf eine Kandidatur Merkels hinauslaufe.

Merkel ging auf diese Äußerungen vor der Sitzung nicht direkt ein. Sie verwies darauf, dass es am kommenden Montag eine gemeinsame Sitzung der Präsidien von CDU und CSU geben werde. Dort würden die Personal- und Sachfragen geklärt werden.

 
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  • Quelle (c) ZEIT.de, dpa, 23.05.2005
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