Interview Bloß keine Abhängigkeiten!Seite 2/2

Schäffler: Die Einflussnahme geschieht verdeckt. Solange es um Geld geht, kann man das nach außen transparent machen. Aber die Pharmaindustrie lässt zum Beispiel Agenturen in Personalunion für das eigene Unternehmen und für die Initiativen arbeiten. Oder sie bietet Beratungs- und Serviceleistungen für Veranstaltungen, die Gestaltung der Website oder der Jahreskonferenz an. So etwas halten wir für indiskutabel.

Zeit: Selbstverpflichtungserklärungen sind freiwillig. Wie kann man sie verbindlicher machen?

Schäffler: Die Krankenkassen werden ihre Zuschüsse von 2006 an an die Voraussetzung binden, dass die Initiativen eine Selbstverpflichtungserklärung unterzeichnet haben. Transparency drängt allerdings darauf, die existierenden Erklärungen klarer und nachprüfbar zu fassen. Sonst wird sich nichts wirklich ändern. Wir wünschen uns außerdem, dass die Dachverbände der Selbsthilfegruppen Instanzen schaffen, vor denen Konflikte ausgetragen werden. An diese Schiedsstellen könnten sich Patienten wenden, die sich nicht objektiv beraten fühlen, aber auch Hersteller, die bei einer anstehenden Zusammenarbeit Orientierung suchen. Dann hätten alle Beteiligten Spielregeln, an die sie sich halten können.

Arne Schäffler ist Vorstandsmitglied von Transparency International in Berlin, einer Antikorruptionsorganisation

Die Fragen stellte Martina Keller

 
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