Palästinenserpräsident Mahmut Abbas hat von US-Präsident George W. Bush die erhoffte Unterstützung erhalten. Bush forderte am Donnerstag in Washington Israel mit ungewöhnlich deutlichen Worten auf, illegale israelische Außenposten im Westjordanland aufzulösen und den Ausbau von israelischen Siedlungen zu stoppen. Bush nannte Abbas einen „Mann von großem Mut“, der der Demokratie und dem friedlichen Zusammenleben mit Israel verpflichtet sei und den Terrorismus ablehne. Bush sicherte den Palästinensern eine direkte Hilfe in Höhe von 50 Millionen Dollar (40 Millionen Euro) zu.

Es war der erste Besuch eines Palästinenserpräsidenten im Weißen Haus seit fast fünf Jahren, da die USA in den letzten Jahren Abbas Vorgänger Jassir Arafat boykottiert hatten.

Abbas betonte den Willen seiner Regierung, ein friedlicher Nachbar Israels zu sein. „Wir sollten den Konflikt beenden, bevor es zu spät ist“, sagte Abbas. Er sei „tief besorgt“ darüber, dass Israel weiter Siedlungen auf palästinensischem Boden errichte. Die Aufgabe der israelischen Siedlungen im Gaza-Streifen sei ein wichtiger Schritt bei dem notwendigen Rückzug aus allen besetzten Gebieten. Er hoffe auf einen Erfolg der Friedensvision von Bush und verwies auf den niedrigsten Grad der palästinensischen Gewalt seit vielen Jahren.“

Bush meinte, es liege auch im Interesse Israels, wenn sich bald ein friedlicher, unabhängiger palästinensischer Staat etabliere. Die Palästinenser hätten mit der Wahl von Abbas auch ihren Willen zum Frieden ausgedrückt. Dieser habe eine schwierige Reise angetreten, die Mut und Führungsstärke erfordere. „Wir werden diese Reise gemeinsam unternehmen“, sagte Bush. Israel müsse nun auch seinen Beitrag leisten, damit der Friedensprozess vorankomme und sich die Lebensbedingungen der Palästinenser verbesserten. „Israel sollte nichts unternehmen, was dem Friedensprozess zuwiderläuft und nichts vor den Verhandlungen über den endgültigen Status von Jerusalem, des Westjordanlands und des Gaza-Streifens“ festschreiben.

Bush forderte die arabischen Staaten auf, „das politische Umfeld“ zu schaffen, um eine friedliche Lösung des Nahost-Konflikts zu ermöglichen. Notwendig seien sowohl finanzielle Hilfen für die neue palästinensische Führung als auch die Aufgabe der direkten oder indirekten Unterstützung terroristischer Organisationen, die einen Frieden mit Israel bekämpften.