Aber er hat die Bühne nicht verloren. Das merkt man, als im Kurs eine junge Sopranistin Goethes Lied der Mignon singt, von Schumann vertont: "Kennst du das Land…" – "Da sind immer Tränen drin", hat der Lehrer ihr gesagt. Eine schmale, bescheidene Frau, eine besondere Stimme, sensibel der Sehnsucht folgend: "Dahin möcht’ ich mit dir, o mein Geliebter, ziehn." Dann wird im Text der Geliebte zum Beschützer, schließlich zum Vater, und da singt sie den Lehrer an. Strophe für Strophe ist er näher getreten, am Ende singt er, ihr zugeneigt, behutsam mit. Und auf einmal ist das kein Unterricht mehr, es ist eine Szene, sie ist Mignon und er der Dichter, und das Land, wo die Zitronen blühn, ist jenes, zu dem alle Künstler wollen, ein herzzerreißend ferner Süden. Den sieht man jetzt. Ein Aufbruch.