Interview »Die Rechtsunsicherheit ist untragbar«
Hans Schöler ist als Stammzellforscher international angesehen. In seiner Heimat fehlt der Rückenwind
DIE ZEIT: Sie beraten die CDU bei der Bio- und Gentechnik. Sind Sie nun glücklich über den Wahlausgang in NRW und die Neuwahl im Bund?
Hans Schöler: Ich freue mich, wenn die Bedingungen für die Forschung auf Grün stehen. Allerdings habe ich schon ein tränendes Auge. Denn ich weiß, dass Ministerpräsident Steinbrück ein Garant für die Stammzellforschung in NRW war. Erst vor zwei Wochen haben die Ländervertreter sich endgültig gegen eine europaweite Förderung von embryonalen Stammzellen ausgesprochen – nur NRW und Berlin waren dafür.
ZEIT: Es geht um die Förderung der Stammzellforschung im 6. Rahmenprogramm der EU, wofür auch deutsche Steuermittel verwendet werden.
Schöler: Ich kann die Kritik nicht ganz nachvollziehen. Wollen wir gegen die USA und Asien antreten, müssen wir die intellektuellen Ressourcen in Europa bündeln. Es wäre bedauerlich, wenn die EU überhaupt keine Forschung an humanen embryonalen Stammzellen fördern würde.
ZEIT: Ist es dafür nicht inzwischen zu spät?
Schöler: Nicht ganz. Europa könnte auf diesem Gebiet sehr stark sein. Ich weiß aus den USA, dass die wissenschaftlich auch nur mit Wasser kochen. Die US-Kollegen haben zwar ganz andere finanzielle Möglichkeiten. Die können sich wissenschaftlich austoben. Aber das können wir durch Zusammenarbeit auf europäischer Ebene wettmachen.
- Datum 12.02.2008 - 12:24 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 25.05.2005 Nr.22
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