Für sein Unbehagen an Deutschland ist Josef Ackermann mittlerweile bekannt. Wer könnte es dem Chef der Deutschen Bank bei all der Kritik auch verübeln?

Umso mehr Unterstützung sollte er in seiner Heimat, der Schweiz, erwarten dürfen. Eigentlich. Vor einer Woche hatte Ackermann ein Heimspiel beim jährlichen Management-Symposium an der Universität von St. Gallen. Dort hat er selbst studiert, und er sitzt der Stiftung vor, die das von den Studenten liebevoll organisierte Klein-Davos trägt.

Doch dann kam der Schweizer Bundesrat Moritz Leuenberger, und wäre Ackermann nicht noch im Anflug gewesen, hätte er sich glatt in Deutschland gewähnt. Der Regierungspolitiker warb in einer Mischung aus rhetorischer Brillanz und Schweizer Verschmitztheit dafür, die Waage zu halten zwischen unternehmerischer Freiheit und gesellschaftlicher Verantwortung. Nebenher machte er sich über Ackermann lustig. Der sei beim Mannesmann-Prozess vollkommen falsch verstanden worden. Ackermann habe gar kein Victory-Zeichen gemacht, sondern nur eine moderne Variante des Rütlischwurs mit zwei Fingern versucht. Für diesen Schweizer Freiheitsschwur werden dem Mythos zufolge drei Finger zum Himmel gereckt.

Anders als in Deutschland sprang die Presse Ackermann bei. Die Neue Zürcher Zeitung schalt den Bundesrat vehement, er versuche die Stimmung im Volk anzuheizen.