Vor allem träume ich davon, dass die Menschen sich besser vertragen mögen mit anderen Lebensformen in diesem Universum. Inklusive derjenigen, die auf unserem eigenen Planeten existieren. Selbst hier gibt es ja sehr unterschiedliche Lebensformen. Angefangen im Inneren eines jeden Einzelnen von uns.

Was mich antreibt, ist der Traum, Menschen glücklich zu machen – ihr Leben zu verbessern, ihnen zu helfen, mit den Kämpfen in ihrem Inneren klarzukommen. Ihre Last ein wenig leichter zu machen, und sei es nur für ein paar Stunden im Kino.

Mir war immer sehr bewusst, dass ich die Star Wars- Filme für junge Menschen gemacht habe. Die Magie der Kindheit liegt darin, dass Kinder fast alles, was man ihnen erzählt, als Realität akzeptieren. Eine völlig unwirkliche Veranstaltung wie Star Wars ist für ein Kind sehr real. Erst Jahre später gelangen sie zu der Einsicht, dass es eigentlich nur ein Traum war. Das bedeutet natürlich, dass man als Filmemacher eine große Verantwortung hat. Ich nehme meine Rolle als Weber von Träumen sehr ernst!

Ich sehne mich nach der Unschuld der Kindheit, obwohl ich weiß, dass ich sie nie zurückgewinnen werde. Ich kann mich aber auf die Sichtweise von Kindern besinnen und den Zuschauern das Gefühl vermitteln, die Dinge im Großen und Ganzen etwas besser zu verstehen. Und damit vielleicht eine gewisse Ordnung in ihr Leben bringen.

Genau darin liegt die tiefere Bedeutung jeder Art von Mythologie: den Heranwachsenden zu erklären, was es bedeuten wird, erwachsen zu sein. Zu erklären, was die Gesellschaft von dir erwartet. Diese Botschaft muss für jede neue Generation mindestens einmal neu formuliert werden, in einer Sprache, die die jeweilige Generation versteht. Es sieht so aus, als ob ich mit Star Wars nun schon zwei Generationen erreicht hätte. Ich hoffe sehr, das jemand auftauchen wird, der diese Aufgabe für die nächste Generation erfüllt.

Mythologie reduziert die Komplexität des Lebens auf Formen, die dem Fortbestand der Gesellschaft dienen. In ihren Geschichten vermittelt sie, was gut ist und was schlecht: Wenn du dies tust, musst du mit jenen Folgen rechnen. Und wenn du das Richtige tust, wirst du Glück erfahren. Es ist interessant, wie diese einfachen Botschaften ständig verzerrt werden durch Institutionen aller Art, die die Leute verunsichern hinsichtlich der Vorzüge einer mitfühlenden Lebenseinstellung im Gegensatz zur endlosen Leere der Selbstbezogenheit.

Dass meine Arbeit je mit solchen mythologischen Dimensionen zu tun haben könnte, wäre mir nie eingefallen, als ich in der Filmhochschule mein Handwerk lernte. Damals war ich ausschließlich daran interessiert, mit abstrakten Dokumentarfilmen die ästhetischen Grenzen des Films auszuweiten. Stattdessen habe ich dann in meiner Laufbahn als Regisseur die technischen Möglichkeiten des Kinos vorangetrieben und Filme gemacht, die ein riesiges Publikum fanden.

Vom Filmemachen war ich seit meiner Zeit als Filmstudent besessen. Der Ursprung dieser Besessenheit von der Kunst der Bewegung liegt in meiner Begeisterung für schnelle Autos, die für mich schon als Kind und Teenager sehr wichtig waren. Von Anfang an war ich inspiriert von der visuellen Erfahrung sehr schneller Autofahrten und von der besonderen Aufregung, die man dabei verspürt. Wie beim Filmemachen geht es da um Kontrolle, um Risiko und Technik. Und es ist sehr wichtig, alle möglichen Dinge konstruieren zu können. Auch das habe ich schon als Kind sehr gern getan: Ich habe Puppenhäuser gebaut, Schachbretter, Lampen, später habe ich eben an Autos herumgeschraubt. Es macht Spaß, sich einen Gegenstand auszudenken und Wirklichkeit werden zu lassen. Dabei gibt es jedes Mal viele Hürden zu überwinden, aber dieser Weg gefiel mir immer sehr gut, er war eine Art Selbstzweck. Die Frage, ob sich am Ende die Mühe gelohnt hat, hat sich mir nie gestellt.