Sozialstaat Der wankende StaatSeite 5/5
»Deutschland steht wie Buridans Esel zwischen den beiden Heuhaufen und kann sich nicht entscheiden«, sagt Stephan Leibfried, Professor für Sozialpolitik an der Universität Bremen. Soll heißen, die Regierung hat einerseits in den vergangenen Jahren die Steuern für Unternehmer wie Arbeitnehmer kräftig gesenkt. Inzwischen ist die Steuerquote in Deutschland so niedrig wie in kaum einem anderen Industrieland. Andererseits werden fast nirgendwo so hohe Sozialabgaben erhoben wie hierzulande. Gleichzeitig reduziert der Staat die soziale Sicherung. So schwankt die Regierung zwischen dem angelsächsischen Modell des starken Marktes und dem skandinavischen Modell des starken Staates hin und her, ohne sich zu einem von beiden durchzuringen.
So wie der Esel in den Schriften des französischen Philosophen Jean Buridan. Am Ende ist er verhungert.
- Datum 25.05.2005 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 25.05.2005 Nr.22
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