Die Produktion bei der in vorläufige Insolvenz gegangenen AgfaPhoto in Leverkusen kann für zunächst einige Monate fortgesetzt werden. Wie ein Unternehmenssprecher nach einer Betriebsversammlung am Dienstagabend weiter mitteilte, sind die Löhne und Gehälter ab Mai für drei Monate gesichert. Dies sei möglich durch vorzeitige Zahlungen des früheren Mutterkonzerns Agfa-Gevaert. Der belgische Konzern habe fest zugesagt, offene Rechnungen früher als vereinbart zu begleichen, sagte ein Sprecher der AgfaPhoto GmbH. Das Unternehmen kündigte für diesen Mittwoch (1. Juni) eine Pressekonferenz in Düsseldorf an. Bundesweit sind bei der umstrukturierten Traditionsfirma von der möglichen Pleite rund 1800 Beschäftigte bedroht, darunter etwa 870 in Leverkusen. Durch die vorzeitigen Zahlungen der früheren Mutter sind Liquidität und damit Produktion und Vertrieb bei der AgfaPhoto GmbH nach Unternehmensangaben "für einige Monate" gesichert. Zur Summe machte der Sprecher keine Angaben. Unternehmensnahe Kreise sprachen von vorzeitigen Zahlung in Höhe von rund 50 Millionen Euro.Der vorläufige Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier versicherte der Belegschaft nach Unternehmensangaben, dass er die Zukunft sichern wolle. Erst danach könne es um "Vergangenheitsbewältigung" gehen. Die Suche nach den Gründen der Zahlungsunfähigkeit und nach den "Schuldigen" müsse zunächst warten. Offenbar trug auch der Boom der Digital-Fotografie mit zu den Schwierigkeiten des Fotounternehmens bei, das erst vor sieben Monaten als selbstständiges Unternehmen an den Start gegangen war.Die sichergestellte Liquidität ist laut AgfaPhoto wichtig, damit Geschäftspartner wieder Fotopapier zur Verarbeitung liefern. Probleme hatte es vor allem mit einem Großlieferanten gegeben. Im November 2004 hatte der Agfa-Gevaert-Konzern die Foto-Stammsparte mit Fotopapier, Foto-Chemikalien sowie Laborgeräten an Finanzinvestoren und Manager verkauft.