Die Zahl der Arbeitslosen ist im Mai auf 4,807 Millionen gesunken , meldet die deutsche Presseagentur unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise in Berlin. Das sind rund 161.000 weniger als im April, aber rund 514.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank danach im Monatsvergleich von 12 auf 11,6 Prozent.

Fachleute führen den etwas stärkeren Rückgang der Mai-Arbeitslosigkeit hauptsächlich auf die übliche Frühjahrsbelebung zurück. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre ist die Zahl der Arbeitslosen um rund 150.000 gesunken.

Die offiziellen Zahlen zur Arbeitslosenstatistik gibt die Bundesagentur für Arbeit an diesem Dienstag in Nürnberg bekannt. Im April waren in Deutschland 4.968.000 Männer und Frauen ohne Beschäftigung. Die Arbeitslosenzahl war damit erstmals seit Jahresanfang wieder unter die Fünf-Millionen-Marke gesunken.

Vier Sondereffekte haben sich im Mai besonders auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt: Zunächst stieg die Zahl der Ein-Euro-Jobs. Immer mehr Menschen, die früher Arbeitslosenhilfe bezogen, nun aber kein Arbeitslosengeld II bekommen, verzichteten auf ihren Arbeitslosenstatus. Weiterhin entlaste die strengere Überprüfung der Arbeitsfähigkeit von Arbeitslosengeld-II-Beziehern die Statistik. Allmählich greifen offenbar auch die Maßnahmen der Bundesregierung zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit.

Für den starken Anstieg der Erwerbslosenzahlen im Vergleich zum Mai 2004 machen Fachleute zum überwiegenden Teil statistische Effekte infolge der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe verantwortlich. Ohne diesen Effekt hätte der Abstand zum Vorjahr lediglich bei rund 115.000 bis 120.000 gelegen. Bankanalysten beobachten zudem, dass sich die Stellenverluste in vielen Branchen zwar verlangsamen, aber noch nicht zum Stillstand kommen.