New York Die New Yorker Konferenz zur Überprüfung des Atomsperrvertrags droht zu scheitern. Unmittelbar vor Abschluss der vierwöchigen Verhandlungen berichteten Abrüstungsexperten am Rande der Konferenz, dass die 188 Teilnehmerländer bis zum Vorabend keinen Konsens über konkrete Schritte zur weiteren Begrenzung einer nuklearen Rüstung erzielt hatten.

Die drei Hauptkomitees hatten ihre Arbeit am Donnerstag eingestellt, ohne sich auf schriftliche Empfehlungen zur Stärkung des Atomwaffen-Sperrvertrages zu einigen. Es galt daher als unwahrscheinlich, dass es dem Konferenzpräsidenten, Brasiliens UN-Botschafter Sérgio de Queiroz Duarte, noch in letzter Minute gelingen würde, ein gehaltvolles und konsensfähiges Schlussdokument zu formulieren. Die nur alle fünf Jahre tagende Konferenz sollte Freitagabend gegen 18:00 (24:00 MESZ) zu Ende gehen.

Diplomaten und regierungsunabhängige Organisationen sprachen von einer "vergeudeten Chance". Das Abkommen sei nötiger denn je in einer Zeit, in der Nordkorea und Iran vermutlich atomare Programme entwickelten und die USA planten, ihre Verteidigung auch mit neuen taktischen Atomwaffen auszubauen.

Der frühere amerikanische Verhandlungsführer Thomas Graham sagte, er habe noch auf keiner Konferenz zum Nichtverbreitungsvertrag für Kernwaffen (NPT) eine derart pessimistische Stimmung erlebt. Graham warf Washington vor, das Rad zurückdrehen zu wollen und von Zusagen Abstand zu nehmen, die die US-Regierung bei den NPT-Konferenzen 1995 und 2000 gemacht habe.

Ein anderer Streitpunkt der Konferenz blieb die Formulierung im Atomsperrvertrag, die Nicht-Nuklearstaaten das unveräußerliche Recht garantiert, im Bereich der Kernenergie zu forschen sowie Kernenergie zu friedlichen Zwecken zu nutzen. Weithin umstritten ist auch der Vorschlag, Kerntechnologien, die zur Waffenproduktion missbraucht werden könnten, nur noch einem begrenzten Kreis von Ländern - unter Ausschluss beispielsweise Irans - zu erlauben. Kritiker weisen dies als Einschränkung ihrer vertraglichen Rechte zurück.

Der Atomwaffensperrvertrag (Non-Proliferation Treaty/NPT) war 1970 in Kraft getreten und 1995 zeitlich unbegrenzt verlängert worden. Somit ist sein Fortbestehen selbst bei einem Scheitern der siebten Überprüfungskonferenz nicht gefährdet.