Wer soll all die neuen Billigautos, die in diesen Tagen in deutsche Autohäuser rollen, kaufen? Berufseinsteiger und andere junge Leute werden auf die VW Fox, Toyota Aygo, Peugeot 107 oder Citröen C1 für Basispreise um die 9000 Euro abfahren, hoffen die Marketingstraegen von VW in Wolfsburg genauso wie ihre für die französisch-japanischen Kleinwagendrillinge verantwortlichen Kollegen. Entsprechend trendy und jugendlich kommt die Werbung daher.

Ganz anders die Pläne der Renault-Leute für ihren Dacia Logan. Wir denken da eher an ältere Menschen, die auf dem Land wohnen, sagt Gérard Detourbet, der in Paris das gesamte weltweite Logan-Projekt leitet. Leute, die ein praktisches robustes Auto brauchten, mit Platz für fünf Personen, großem Kofferraum und denen das Markenimage unwichtig sei. So sieht er die typischen Käufer in Westeuropa. Zudem gibt es den Logan in der Basisversion schon für 7200 Euro. Dass sich das Fahrzeug dennoch rechnet, liegt einerseits an der auf niedrige Kosten getrimmten Konstruktion und andererseits daran, dass das Auto primär für Entwicklungsländer konzipiert wurde. Alles, was wir in Westeuropa verkaufen, ist Zusatzgeschäft, sagt Detourbet, wir machen mit jedem verkauften Auto Gewinn.

Spätestens 2010 sollen bis zu einer Million Logans jährlich aus den Werken in Rumänien, Russland, Marokko, Kolumbien, Indien und Iran auf die mehr oder weniger holprigen Strecken gehen. Gerade mal 3000 Logans kalkuliert Reinhard Zirpel von der Deutschen Renault AG für dieses Jahr für den deutschen Markt ein. Die Vorsicht liegt auch daran, dass vorerst nur eine hierzulande gemeinhin wenig beliebte Stufenheckversion (Branchenspott: dicker Hintern) zu haben ist. Doch schon 2006 sollen ein Kombi, ein Kastenwagen und später eine Schrägheckversion folgen. Handikap des Logan: Bei einem ersten Crash-Test im Auftrag von Auto-Bild zeigte das Billigauto Schwächen, vor allem wenn man die glänzenden Werte seiner teureren Brüder aus dem Renault-Konzern dagegenstellt.