Mit einem Festakt in Berlin starten an diesem Dienstag die Feiern zum 50-jährigen Bestehen der Bundeswehr in diesem Jahr. Bundeskanzler Gerhard Schröder und Bundesverteidigungsminister Peter Struck werden an einem ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom teilnehmen, bevor Schröder im Zeughaus eine Rede hält. Das Motto des Jubiläums ist "Entschieden für Frieden". Vor den Feiern hatten Grüne, FDP und PDS Struck wegen dessen Äußerungen zu künftigen Kriegseinsätzen kritisiert. Er hatte gesagt, dass sich die Bundeswehr auf Kriegseinsätze mit Todesopfern einstellen müsse. In einem Beitrag für die Berliner Tageszeitung (Dienstag) schrieb der Minister: "Der größte Erfolg der Bundeswehr war es, dass sie fest verankert in der NATO wesentlich dazu beigetragen hat, den Ost-West-Konflikt ohne Waffengewalt aufzulösen, ohne kämpfen zu müssen." Heute müsse sie den größten Wandel in ihrer Geschichte bewältigen. "Sie ist auf dem Weg zur Einsatzarmee." Dabei gelte, "dass über jeden Einsatz sorgfältig entschieden werden muss". Das Miteinander von Berufs-, Zeitsoldaten und Wehrpflichtigen sei das personelle Erfolgsgeheimnis der Bundeswehr. "Die Wehrpflicht mit den Soldaten als Staatsbürger in Uniform hat dafür gesorgt, dass die Bundeswehr eine junge Armee geblieben ist, eine Armee, die sich immer mit Wandlungen in der Gesellschaft auseinander zu setzen hat", betonte Struck.Struck war zuvor mit seiner Einschätzung zu Kriegseinsätzen auch beim Grünen-Koalitionspartner auf heftige Kritik gestoßen. Fraktionsvize Winfried Nachtwei sagte, Strucks Äußerungen seien missverständlich und verunsicherten die Soldaten. Es müsse klar sein, dass die Aufgabe der Bundeswehr die Verhütung und Eindämmung von Kriegen und "nicht die Durchsetzung von Machtinteressen" sei.Am 7. Juni 1955 wurde die Dienststelle des "Beauftragten des Bundeskanzlers für die mit der Vermehrung der alliierten Truppen zusammenhängenden Fragen" in das "Bundesministerium für Verteidigung" umbenannt. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Theodor Blank wurde erster Verteidigungsminister der Bundesrepublik.Die Abschlussveranstaltung ist ein feierliches Gelöbnis am 12. November im niedersächsischen Bordenau. An diesem Tag vor 50 Jahren erhielten die ersten 101 freiwilligen Soldaten ihre Ernennungsurkunden. Es ist das offizielle Gründungsdatum der Bundeswehr.