kino Große KZ-OperSeite 2/2
Der junge Laiendarsteller Marcell Nagy hingegen muss seinen Leidensweg den Maskenbildnern und Friseuren überantworten, darstellen kann er ihn nicht. Wie ein Schlafwandler wird er durch die Kulissen geschickt, zuletzt auf einer Totenkarre in den Duschraum geschoben, in dem, nach einem atemlos koketten Augenblick des Grauens, doch nur Wasser aus dem Duschkopf kommt.
Die Pracht der Unverziertheit mit den Mitteln der Verzierung zu erreichen, ohne es ihr gleichzutun – an diesem Paradox wird das Holocaust-Kino sich noch lange die Zähne ausbeißen. Das soll uns nicht kümmern. Wir lesen solange. Wir lesen die Bücher von Jean Améry und Tadeusz Borowski, von Ruth Klüger und Primo Levi, Miklós Radnóti und unserem über alles verehrten Imre Kertész.
- Datum 02.06.2005 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 02.06.2005 Nr.23
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