Am Samstag machte die Sonne noch geil. Laut Bild hatten US-Forscher bewiesen: UV-Strahlen fördern die Libido. Am Montag warnte das Blatt plötzlich vor der "Höllensonne". Turbulenzen im solaren Magnetfeld und irdische Löcher im Ozon machten sie so aggressiv wie seit 8000 Jahren nicht mehr. Auch in diesem Fall sind UV-Strahlen die Ursache. Krebsalarm, ab in den Schatten! Doch das führt ins Dilemma: Kein Krebs, keine Glückshormone.

Und Einreiben? Öko-Test hat gerade geprüft. Fazit: Fast alle Cremes sind schädlich. Die Universitätshautklinik Tübingen lieferte schon früher einen verheerenden Befund. Sonnencremes beugen zwar relativ harmlosen Hautkrebsarten vor, bieten aber keinen Schutz vor Leberflecken, aus denen gefährliche Melanome entstehen können. Entscheidend sei allein die Dauer des Sonnenbads.

Leicht machen es einem Sonnenforscher wahrlich nicht. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, zwischen 12 und 15 Uhr im Schatten zu bleiben. Ausgerechnet in dieser Zeit raten Forscher der Uni Manchester, die Haut 15 Minuten lang ungeschützt der Sonne auszusetzen – zur Maximierung der Vitamin-D-Produktion. Der Stoff schütze vor Krebs. Es schließt der Gesundheitsbewusste daraus: Krebs plus Krebsschutz im Freien, kein Krebs, aber auch kein Krebsschutz im Schatten.

Dennoch bleibt ein Zeitfenster fürs Sonnenbad. Mit norwegischen Kollegen haben die Forscher aus Manchester den Zeitraum berechnet, um in Europa die optimale Vitamin-D-Dosis ohne Sonnenbrand zu erhaschen: 9 Minuten in London, 7 in Marseille, 6,5 in Athen. Wer klagt, die Zeiten reichten nicht einmal fürs Ausziehen, kann beruhigt sein. Die Angaben gelten für Menschen in T-Shirt und kurzen Hosen.