So als ob nichts wäre, bereitet Finanzminister Hans Eichel seinen Bundeshaushalt 2006 vor. Zurzeit findet die Abstimmung mit den zuständigen Abteilungsleitern der Ministerien statt, danach stehen die Chefgespräche an.

Am 29. Juni will Eichel den Haushaltsentwurf im Kabinett vorlegen, Anfang September könnte der scheidende Bundestag in seiner letzten Sitzungswoche noch eine Haushaltsdebatte führen. Wechselt die Regierung, fängt nach der Wahl die Arbeit am Haushaltsgesetz von vorn an. Dann würde der Haushalt mit Sicherheit nicht fristgerecht bis zum Jahresende fertig. Aber das wäre nicht tragisch. In dieser in der Vergangenheit häufig eingetretenen Situation verhindern die Regeln der vorläufigen Haushaltsführung finanzielle Unordnung.

Warum also stellt Eichel nicht die Arbeit am Haushaltsgesetz ein und wartet den Ausgang der Bundestagswahl ab? Weil seine politischen Gegner ihm dann vorhalten könnten, dass er die Wahl bereits verloren gibt. Deshalb will der pflichtbewusste Hans Eichel zumindest eine Schlussbilanz vorlegen.