Eine spannende Abenteuergeschichte und zugleich ein bitterernstes Versteckspiel: Rühr dich nicht, Junge. Und dann wieder: Lauf, Junge, lauf.

Uri Orlevs Roman vom Überlebenskampf des neunjährigen Srulik erschien 2004 in deutscher Übersetzung von Mirjam Pressler. Vom Warschauer Ghetto führt Sruliks Weg in finstre Wälder, dann von Dorf zu Dorf, wo er sich auf Bauernhöfen durchschlägt. Täglich neue Gefahren für den Jungen, der seinen jüdischen Namen ablegt und sich nun Jurek nennt. Jurek verliert die rechte Hand in einer Maschine, er wird verraten, ihm wird geholfen: Gott möge dich beschützen. Und als die russischen Truppen in Polen einmarschieren, ist er gerettet. Wie intoniert man eine solche Geschichte, die Uri Orlev ganz aus der Perspektive des Kindes erzählt (Hörcompany, 3 CDs, 234 Min., 19,90 e)?

Ulrich Pleitgen liest die leicht gekürzte Hörbuchfassung (für Jugendliche ab 14 Jahren) mit verhaltener Dramatik, mit vorsichtigen, tastenden Tempowechseln. Liest mit warmer, nie aufgewärmter Stimme. Das reicht, mehr braucht es nicht, mehr darf nicht sein.