Am Tag als Bobby Ewing starb, das klingt nach den rustikalen Einbauschränken von Miss Ellie, nach Pams Fönfrisur und Sue Ellens alkoholverschleiertem Blick, nach jenen Zeiten also, als die Welt ein feistes Grinsen von J. R.

war. Dass die Achtziger von Dallas noch ein bisschen weiter, nämlich bis nach Brokdorf und Tschernobyl reichten, dass es die Jahre der lilafarbenen Latzhosen, Karottenjeans und anti-imperialistischen Slogans waren, erzählt Lars Jessens Komödie Am Tag als Bobby Ewing starb. Als der 17-jährige Niels mit seiner Mutter in eine Landkommune zieht, wird er mit einem linken Provinzpanoptikum konfrontiert: Schafszucht und befreite WG-Sexualität, Bullenschelte und Gandhi-Sprüche. Von der Wohnzimmerwand lacht die gelbe Anti-AKW-Sonne, und Peter Lohmeyer freut sich, wenn er mit freakiger Zottelperücke nackt durch den Garten stolzieren darf. Indem sich diese Komödie auf die Politfolklore und den reinen Schauwert beschränkt, bleibt sie aber auch schon auf halbem Wege zu ihrem eigentlich interessanten Thema stecken. Regisseur Jessen (Jahrgang 1969) bezeichnet sich selbst als milieugeschädigt, sein seltsam haltungsloser Debutfilm verströmt den angesäuerten Humor des späten Selbstbefreiungsprojekts. Und doch ist es ungerecht, dass die Nach-68er nicht nur für den großen Schröder-Schlamassel, Hartz IV, ja den Untergang der Republik, sondern auch noch für verkorkste Regisseurskindheiten und behäbige deutsche Komödien verantwortlich sein sollen. Aus purem Trotz könnte man glatt wieder die Grünen wählen.