Die USA und Großbritannien wollen gemeinsam ein internationales Hilfspaket für das von Krisen geplagte Afrika auf den Weg bringen. Auf dem G 8-Gipfeltreffen Anfang Juli in Schottland werde ein Schuldenerlass für die ärmsten afrikanischen Länder vorgeschlagen, sagte US-Präsident George W. Bush am Dienstag nach einem Gespräch mit dem britischen Premierminister Tony Blair in Washington.

Bush kündigte außerdem eine Soforthilfe in Höhe von 674 Millionen Dollar (550 Euro) an. Der größte Teil der Hilfsgelder werde den unter einer Hungerkrise leidenden Ländern am Horn von Afrika zur Verfügung gestellt. Bush wehrte sich gegen den Vorwurf, die USA würden nicht genug für Afrika tun. "In den vergangenen vier Jahren haben wir unsere Hilfe für die südlich der Sahara gelegenen Länder verdreifacht. Damit stellen die USA ein Viertel aller Hilfsgelder für die Region", sagte Bush.

Blair hat als Gastgeber des kommenden G 8-Gipfels vom 6. bis 8. Juli in Gleneagles in Schottland den Schuldenerlass und eine massive Afrika-Hilfe zu zentralen Themen gemacht.

Nach den Worten von Blair gibt es den gemeinsamen Wunsch, dem geplagten Kontinent aus Armut und Mangel herauszuhelfen. Er hoffe, dass die Finanzminister der G 8-Länder bei ihrem Treffen am Sonntag eine Lösung fänden, wie die Schulden vollständig erlassen und zugleich zusätzliche Fonds zur Verfügung gestellt werden könnten.

Zugleich verlangte Blair von den Regierungen der betreffenden afrikanischen Länder eine Zusage, dass sie Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit einhalten und gegen Korruption vorgehen, damit die Hilfsgelder auch die Notdürftigen erreichten. "Wir wollen unser Geld nicht vergeuden", sagte Blair. Bush, der die weltweite Verbreitung von Freiheit und Demokratie zu Kernstücken seiner Außenpolitik gemacht hat, forderte außerdem den Aufbau demokratischer Institutionen und dynamischer Wirtschaften.

Bush und Blair stellten außerdem klar, dass ein Erfolg der Demokratie in Irak "absolut lebenswichtig" sei. Die USA und Großbritannien stünden an der Seite Iraks auf dessen Reise zu Demokratie und Freiheit, sagte Bush. Zugleich wiesen beide Politiker den Vorwurf zurück, sie hätten zur Rechtfertigung des Irak-Krieges Fakten manipuliert. Nichts sei weiter von der Wahrheit entfernt als dieser Vorwurf, sagte Bush. Weder die USA noch Großbritannien hätten einen Militäreinsatz gewünscht. Dies sei die letzte Option eines Präsidenten. Nach den Worten von Bush geht es der Welt ohne den irakischen Ex-Präsident Saddam Hussein jedoch besser.

Auch Blair wies den Vorwurf der Manipulation zurück. Der Grund für den Militäreinsatz sei die Weigerung Saddams gewesen, die UN-Resolution vom November 2002 zu befolgen. Es habe auch keinerlei Aussicht gegeben, dass sich Saddam Hussein jemals geändert hätte.