Der Präsident der italienischen Bank UniCredito Italiano, Carlo Salvatori, hält es für möglich, dass sein Unternehmen noch in diesem Sommer mit der HypoVereinsbank fusioniert . Noch in der vergangenen Woche war spekuliert worden, dass frühestens in diesem Herbst ein Zusammenschluss der beiden Banken bevorstehen könnte. "Ich hoffe sehr, dass das klappt", sagte Salvatori nun am Montag.

Offenbar sind die wichtigsten Personalfragen einer Fusion schon geklärt. HVB-Vorstandsvorsitzender Dieter Rampl soll nach einer Übernahme durch die Italiener offenbar anstelle von Salvatori als Präsident das Board of Directors von UniCredito führen, das mit dem deutschen Aufsichtsrat vergleichbar ist.

UniCredito-Chef Alessandro Profumo solle das neue gemeinsame Institut als CEO (Chief Executive Officer) leiten, sagte Banken- Präsident Salvatori. Ihm zur Seite stünde dann Rampl als Präsident. "Es scheint mir logisch, dass der Präsident aus den Reihen der HVB kommt, und Dieter Rampl hat die Qualitäten und Erfahrungen, um diese Rolle auszufüllen", sagte Salvatori. "Die Fusion unserer Institute wäre eine wunderbare Sache. Wir müssen alles tun, damit wir dieses Ziel erreichen."

In Bankenkreisen hieß es am Montag weiterhin, die Verhandlungen kämen gut voran. Es wird damit gerechnet, dass eine Grundsatzentscheidung noch in dieser Woche fallen könnte. Eine Übernahme der HypoVereinsbank durch UniCredito wäre die bislang größte grenzüberschreitende Bankenfusion in Europa. Aus den beiden Unternehmen entstünde die viertgrößte Bank des Kontinents.

Die Bundesregierung trägt die Fusion grundsätzlich mit. Sie sei "prinzipiell mit Sicherheit nichts Schlechtes" für die Konsolidierung des europäischen Bankenwesens , sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Generell sei dies aber eine Geschäftsentscheidung, die man nicht kommentieren wolle. Ähnlich hatte sich in den vergangenen Tagen auch die Europäische Kommission geäußert. Auch der italienische Finanzminister ist wohl für eine Fusion, wenn der Standort der neuen Bank in Italien bleibt.

Die beiden Banken hatten Anfang vergangener Woche Gespräche über eine Zusammenführung ihrer Unternehmen bestätigt. Die HVB ist die zweitgrößte börsennotierte Bank in Deutschland, UniCredito die Nummer Eins in Italien.