Der frühe Schulbeginn raubt Teenagern den Schlaf und macht sie zu schlechteren Schülern. Ursache ist ein biologisch verankerter Tagesrhythmus bei Heranwachsenden, der sie erst im Laufe des Tages zu voller Form auflaufen lässt, wie US-Forscher im Fachjournal "Pediatrics" (Bd. 115, S. 1555) berichten. Zumindest Klassenarbeiten sollten ihrer Meinung nach nicht am frühen Morgen geschrieben werden.Generell brauchen junge Leute zwischen 13 und 22 Jahren mehr Schlaf, im Durchschnitt neun bis zehn Stunden pro Nacht, betont das Team um Margarita Dubocovich von der Northwestern University in Evanston bei Chicago (US-Staat Illinois). Der übliche Schulbeginn gegen 8.00 Uhr koste Teenager jedoch bis zu zwei Stunden Schlaf pro Nacht. Das Gemeinschaftsprojekt mit der örtlichen High School stützt sich auf Daten von Schülern, die Leistungstests am Computer machten sowie Stimmung und Vitalität über den Tag hinweg in Tagebüchern vermerkten.In den Morgenstunden berichteten die Schüler, müder und weniger aufmerksam zu sein und sich mehr anstrengen zu müssen als am Nachmittag. Auch eine spezielle Tageslicht-Bestrahlung am Morgen änderte daran nichts. Als mögliche Lösungen schlagen die Forscher vor, den Schulbeginn zu verlegen sowie Prüfungen und Klassenarbeiten erst später am Tag schreiben zu lassen.Lethargie, Stimmungsschwankungen und Vergesslichkeit bei Teenagern kann nach Beurteilung eines zweiten Forscherteams an der Brown Universität in Providence (US-Staat Rhode Island) meist auf einen Nenner gebracht werden: Chronischer Schlafmangel. Die meisten Teenager können nur am Wochenende ihrem natürlichen Schlafbedürfnis folgen, wenn sie manchmal bis Mittag in den Federn liegen, sagen die Fachleute. Der Drang junger Leute, den Morgen durchzuschlafen, habe nichts mit Faulheit oder Ablehnung der Familie zu tun, sondern entspreche ihrem so genannten zirkadianischen Rhythmus, besänftigen die Forscher betroffene Eltern und Erzieher.