Die für kommenden Freitag geplante Stichwahl um das Präsidentenamt in Iran könnte nach Manipulationsvorwürfen um eine Woche verschoben werden. Das berichtete die amtliche iranische Nachrichtenagentur IRNA am Montag aus Teheran. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte, sollten die Ergebnisse der ersten Wahlrunde bis Dienstag nicht von dem von konservativen Klerikern dominierten Wächterrat bestätigt werden, würde die Stichwahl erst am 1. Juli abgehalten. Es wird erwartet, dass sich der Wächterrat vor einer endgültigen Bestätigung der Ergebnisse mit den Vorwürfen mehrerer Kandidaten befasst, es habe bei der Wahl Manipulationen gegeben.

Zweifel an den Wahlergebnissen waren nach dem überraschend guten Abschneiden des ultra-konservativen Bürgermeisters von Teheran, Mahmud Ahmadi-Nedschad, aufgetaucht. Er tritt in der Stichwahl gegen den moderaten Kleriker und Ex-Präsidenten Akbar Haschemi Rafsandschani an.

Der frühere Parlamentspräsident Mehdi Karrubi, der bei der Wahl auf Platz drei gekommen war, hatte offiziell Beschwerde gegen das Wahlergebnis eingelegt. Er warf den paramilitärischen Revolutionsgarden und dem Wächterrat vor, zugunsten von Ahmadi-Nedschad Einfluss auf die Wahl genommen zu haben. Auch Rafsandschani sprach von einer "organisierten Beeinflussung" der Wahl. Konservative, Reformer und Säkularisten wollen bei der Stichwahl Rafsandschani gegen Ahmadi-Nedschad unterstützen.