Endlich einmal gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt: Auch in Deutschland gibt es Vollbeschäftigung. Nicht in einer bestimmten Region, nicht in einer besonderen Branche oder einer Berufsgruppe, nein - bei den Akademikern. Von ihnen sind nur vier Prozent arbeitslos, besser geht es kaum. Selbst in der Krise steigt ihre Beschäftigung: Im vergangenen Jahr besetzten die Studierten 270 000 Arbeitsplätze mehr als 2002 (während alle anderen Qualifikationsgruppen weniger Arbeit fanden). Bildung schützt vor Arbeitslosigkeit, lautet daher das Fazit einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg.

Entgegen dem weitverbreiteten Glauben, Arbeitslosigkeit träfe heute unterschiedslos alle Teile der Bevölkerung, belegt die Analyse einen seit Jahrzehnten beobachtbaren Trend: Für Akademiker werden immer mehr Stellen angeboten, für Ungelernte immer weniger. Durch die Zahlen wird nach Meinung der IAB-Forscher auch das Vorurteil widerlegt, ältere Arbeitnehmer seien in toto Problemgruppen am Arbeitsmarkt. Denn: Ältere Akademiker weisen die niedrigste Arbeitslosenquote überhaupt auf - 3,5 Prozent statt der amtlichen Quote von 11,6 Prozent für den gesamten Arbeitsmarkt.

Die Hauptbetroffenen der Massenarbeitslosigkeit finden sich dagegen unter den Ungelernten. Bei ihnen liegt die Arbeitslosenquote knapp unter 25 Prozent (im Osten sogar bei 51 Prozent). Aufgrund derart dramatischer Zahlen fordern viele Experten, mehr Beschäftigungschancen in einem staatlich geförderten Niedriglohnsektor zu schaffen. Die IAB-Experten sprechen sich besonders für Bildungsförderung aus - langfristig sei das die beste Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik.