Überwachung Zwanzig Seiten über eine PersonSeite 2/2

Das Interesse an Bürgern im Ausland wächst

Einige Datenschützer sorgen sich besonders darum, dass die Sammeldienste auch einen großen Kunden ohne kommerzielle Interessen haben: die amerikanische Regierung. Die Informationen in Datenbanken wie Choicepoint sind heute meist erheblich umfangreicher als die der Polizei, sodass sie bei Gesetzeshütern, Einwanderungsbeamten und Terrorbekämpfern beliebter sind denn je. Die von George W. Bush erlassenen Gesetze nach den Terroranschlägen vom 11. September ermöglichen etlichen US-Behörden nun den Zugriff auf solche privaten Dienste – ganz ohne Durchsuchungsbefehl.

Für die Polizei und sonstige Behörden haben private Datenbanken noch einen weiteren Vorteil gegenüber dem Fundus der Regierung: Sie enthalten auch Informationen über Personen im Ausland. Choicepoint zum Beispiel ermittelt bereits Personendaten in Brasilien, Argentinien, Mexiko, Kolumbien und Costa Rica – und gibt sie an die amerikanischen Einwanderungsbehörden weiter, was schon zu erbosten Anfragen der mexikanischen Regierung geführt hat. Und längst ist auch bekannt, dass einige Datensammelfirmen bereits gewaltige Informationsmengen über Europäer angehäuft haben.

 
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