Es kommt vor, dass sich Herr Cedra Magazine und Kataloge bestellt, um zu gucken, wie das Papier beschaffen ist, auf dem sie gedruckt sind. Oder Zeitungen durchblättert und sich am Druckbild freut. Es kommt aber auch vor, dass Herr Cedra Papier achtlos beiseite legt, denn wo käme er da hin, über jeden Fetzen Papier nachzudenken? Gar nicht mehr aufhören würde er. Denn Ingolf Cedra, 34 Jahre alt, arbeitet für die Heidenheimer Firma Voith, und die liefert beinahe jede zweite Papiermaschine.

Cedra hat sich hochgearbeitet, vom Versuchsingenieur Bereich Blattbildung zum Bereichsleiter Projektierung und Layout Design. So eine Papiermaschine ist eine komplexe Angelegenheit. Und wenn er davon spricht, dann wie ein Junge, der im Technik-Quartett die besten Trümpfe bieten kann.

Papiermaschinen, sagt er, haben mehr Regelkreise als ein Jumbo-Jet.

Nämlich über 5000. Zirka 430 Antriebe, 250 Kilometer elektrische Kabel.

Länge: bis zu 250 Meter. Breite: bis zu 11 Meter. Gewicht: 5000 Tonnen.

Investitionskosten nur für den Maschinenbau: 60 bis 120 Millionen Euro.

Produktion: 2500 Kilometer Papier am Tag. Entspricht einer vierspurigen Autobahn von Berlin nach Barcelona.