Ein Impfstoff gegen SARS könnte in Tomaten- und Tabakpflanzen heranwachsen. Forscher von der Thomas Jefferson University in Philadelphia veränderten die Gewächse genetisch so, dass sie ein Hüll-Eiweiß des Virus produzierten.

Mäuse, die von den manipulierten Tomaten fraßen, bildeten Antikörper gegen das Virus (PNAS, Bd. 102, S. 9062). Injektionen des Wirkstoffs aus den Wurzeln der Tabakpflanzen hatten einen ähnlichen Schutzeffekt. Ein Püree aus Tabakwurzeln, das die Wissenschaftler den Mäusen per Magensonde einflößten, war dagegen wirkungslos. Die Forscher vermuten, dass die Mäuse ohne Kauen und Schlucken nicht genug Kontakt mit dem Eiweiß hatten, um eine Immunität zu entwickeln.

Um einen Geschmack zu bevorzugen, muss man ihn nicht erkennen. Das haben Wissenschaftler um Ralph Adolphs von der University of Iowa an einem Patienten mit schweren Hirnschäden gezeigt. Der Mann kann infolge einer Gehirnentzündung auch gewöhnliche Speisen nicht am Geschmack erkennen. Im Experiment bezeichnete er Zucker- und Salzwasser als gleichermaßen vorzüglich. Präsentierten ihm die Forscher jedoch beide Getränke gleichzeitig zur Auswahl, entschied er sich immer für die süße Lösung, ohne dies genau begründen zu können (Nature Neuroscience, Online-Ausgabe). Die Wissenschaftler nehmen deshalb an, dass Sinnesinformationen Präferenzen beeinflussen können, ohne zuvor in höheren Hirnbereichen verarbeitet worden zu sein.

Wenn die biologische Uhr nicht richtig tickt, kann das eine drohende Drogenabhängigkeit verstärken. Ein Gen mit dem Namen clock, das den Tagesrhythmus im Körper steuert, spielt auch eine wichtige Rolle im Belohnungssystem des Hirns, haben Forscher von der University of Texas in Dallas herausgefunden. Mäuse, denen das clock-Gen fehlte, waren hyperaktiv und reagierten stärker auf Kokaininjektionen als ihre Artgenossen. Die Tiere empfanden die Droge offenbar als besonders starke Belohnung: Sie hielten sich weitaus häufiger an dem Ort auf, den sie mit der Kokaingabe verbanden. Im Hirn der aus dem Takt geratenen Nager waren die Nervenzellen, die auf die Droge ansprechen und den Botenstoff Dopamin ausschütten, wesentlich aktiver als bei Mäusen aus der Kontrollgruppe (PNAS, Online-Ausgabe).