Die Elbe glitzerte in der Abendsonne, als die St. Pauli von den Landungsbrücken ablegte und 400 Gäste stromabwärts zum Alten Hamburger Jachtclub trug.

Theo Sommer wollten sie feiern, den großen Journalisten, den Freund, den Förderer, den frechen Kerl. Den Chefredakteur, der zwanzig Jahre lang die Geschicke der ZEIT gelenkt hat. Den Garanten ihrer Liberalität, die Verkörperung ihrer Internationalität. Den Chef, der auf den Tisch haute, dass es krachte. Den Leitartikler, der das Argument der Vorwoche lässig abtat. Den Antreiber und Anstifter. Den Redigierer mit dem dicken, grünen Stift. Den Metaphern-Akrobaten, der so herrlich über sich selbst lachen kann. Den genialen Vereinfacher und Übertreiber.

Der mit Marion Dönhoff und Gerd Bucerius ein Weltblatt geschaffen hat, das am Ende seiner Chefredaktion schon einmal die halbe Million Auflage erreicht hat, die es nun wieder anpeilt. Der seiner Redaktion immer die Freiheit ließ und den Freiraum verschaffte, ohne die liberaler Journalismus nicht gedeihen kann.

Der nun 75 Jahre alt geworden und eigentlich der Jüngste von allen geblieben ist. Der sich, als nach Mitternacht die Wunderkerzen verglüht und alle Lobreden gehalten waren, gerührt bedankte: Sofern Sie mich gebrauchen können - ich bin dabei.

Und der dann tanzte, tanzte bis morgens um sechs, bis die letzten Gäste gingen und die Elbe in der Morgensonne glitzerte.