J.A.C. steht für Joshua, Arthur und Conrad. Die drei Jungs haben keine Ahnung, was in ihrem Namen geschieht. Sie tragen noch Windeln. Doch ihre Väter führen sie schon ins Pop-Business ein. Die Väter heißen Rupert und Richard, Huber und Dorfmeister mit Nachnamen. Huber und Dorfmeister? Korrekt.

Richard Dorfmeister und sein Partner Peter Kruder, die beiden Soundpäpste aus Wien, lassen ihren Ruhm seit längerem ruhen. Man geht getrennte Wege. Kruder durchstreift unter dem Namen Peace Orchestra das Unterholz des Dub.

Dorfmeister hockt mit seinem Schulkameraden Rupert Huber im Studio. Die beiden bevorzugen eher heitere Stimmungen.

Wollen sie nun unter dem Projektnamen Tosca auch ihren Hörern den akustischen Schnuller geben? Bei aller Gefälligkeit - nein. Und auch keine Einschlafmusik. Das Nachwuchsalbum (G-Stone/!K7 RTD 387. 0180.2 - es ist das vierte, wenn man die Milliarden von Remixen nicht mitzählt) vermeidet mit allen Mitteln die prätentiöse Kunstanstrengung. Es groovt geschmeidig, die Synthies klingen cremig wie Schlagobers, a bisserl funky, manchmal auch verträumtentrückt. Immer häufiger ist eine real existierende Gitarre zu hören - vieles wird von Hand gespielt. Man könnte mittlerweile von einem patentierten Flausch-Sound sprechen, mit dem Huber und Dorfmeister es sich in ihrer Nische gemütlich machen.

Auch in Österreich ist die Stimmung so weit abgesackt, dass man sich aus der tristen Steuer/Sozialversicherungswelt ausklinken möchte, wie Dorfmeister in einem Interview formulierte. Dazu gehört nicht nur der Genuss einschmeichelnder Töne. Das Cover wird aus geprägtem Kunstleder gearbeitet, das ist natürlich auch haptisch etwas anderes als ein Datei-Download. Eine Platte, bei der die Freundin sagt: Endlich spielst du mal wieder schöne Musik. Eine klassische Feel-Good-Platte für das gepflegte Heim. Man kann sich ihr mit den Ohren eines Kindes nähern und den vielen Stimmen lauschen.

Sie gehören unter anderem Earl Zinger, der früher unter dem Namen Galliano bekannt war, Farda P, der mal bei Rockers Hi-Fi gesungen hat, oder Chris Eckman von den Walkabouts. Alles gestandene Leute. Das werden Joshua, Arthur und Conrad vielleicht erst in zehn Jahren verstehen. Aber dann werden sie stolz sein.