DIE ZEIT: In dieser Woche wollen die EU-Regierungschefs in Brüssel den Haushalt der Union von 2007 bis 2013 beschließen. Was passiert, wenn sie sich nicht einigen?

Danuta Hübner: Wir würden den Bürgern zeigen, dass die EU nicht richtig funktioniert. So einen Fehlschlag können wir uns im Moment eigentlich nicht leisten.

ZEIT: Würde es neben diesem politischen Zeichen auch echte Probleme geben?

Hübner: Wenn alle EU-Programme ohne Verzögerungen 2007 starten sollen, brauchen wir jetzt eine Entscheidung über den nächsten Haushalt. Das System ist sehr komplex. Nach der Einigung über die Summen müssen wir die Ausführungsbestimmung schreiben, dann werden die nationalen Regeln angepasst und die Programme beschlossen. Das alles dauert seine Zeit.

ZEIT: Manche Politiker argumentieren: Besser keinen neuen EU-Haushalt als einen schlechten.

Hübner: Es kommt darauf an, wem sie zuhören. Ich komme gerade aus den neuen deutschen Bundesländern. Die wollen den europäischen Haushalt möglichst bald.

ZEIT: …die bekommen ja auch Fördergeld. In anderen Teilen Deutschlands könnte die Antwort ganz anders ausfallen. Die hadern eher – auch mit der EU-Erweiterung, deren Kosten und Folgen.