Er sei ein typischer kleiner Südchinese, sagen sie im Norden. Schlau genug, um nicht zu überhören, was Peking gerade vorschreibt. Fix genug, dass keiner ihn aufhält. So wurde der 57-jährige Fernsehingenieur Li Dongsheng Gründer und Chef von TCL, heute größter Fernsehhersteller der Welt. Li ist ein unermüdlicher Patriarch. "China braucht die Opfer meiner Generation, um die entwickelten Länder einzuholen", sagt er. Und: "Ich hoffe, dass meine Tochter nicht mehr so hart arbeiten muss und das Leben richtig genießen kann." Das US-Magazin "Fortune" erkor Li zum "besten asiatischen Geschäftsmann", der französische Präsident Jacques Chirac ernannte ihn zum Mitglied der Ehrenlegion. Dabei hält er sich für ganz asiatisch. "Der chinesische Führungsstil ähnelt dem japanischen", sagt Li. "Das Interesse des Unternehmens hat Vorrang vor allen privaten Interessen." Damit waren Konflikte programmiert, als TCL erst den deutschen TV-Hersteller Schneider und dann die Fernsehsparte des französischen Thomson-Konzerns übernahm. Li hat Respekt vor der europäischen Kultur, gibt ihr jedoch wenig Zukunft. "Der große Ehrgeiz, der starke Unternehmergeist, die Zielstrebigkeit und Leidensbereitschaft der Chinesen werden künftig starken Einfluss auf die Welt ausüben." ( BLU )