Er ist groß, er lächelt nicht, sein Blick ist kalt. Yang Yuanqing, Chinas erfolgreichster High-Tech-Manager, bittet in sein Büro. Wie auf Kommando bleiben seine Mitarbeiter vor der Türschwelle stehen, nur der Gast, den sie eben noch begleiteten, darf eintreten. "Manchmal hatten die Leute Angst, Yangs Büro zu betreten", heißt es in der Firmenbroschüre über Yangs erste Jahre als Chef. Haben sie noch immer. Der 40-jährige Informatiker Yang leitet Chinas führenden Computerhersteller Lenovo. Er arbeitet an einem blitzsauberen Schreibtisch. Im Regal steht nur chinesische Fachliteratur. Eine Reihe gerahmter Fotos zeigt ihn zusammen mit Chinas Ex-Präsident Jiang Zemin und Ex-Intel-Chef Andy Grove. Ungern kommentiert Yang die Aussicht auf das ärmliche Peking vor seinem Bürofenster. Er ist einer, der nach oben will, ohne Blick zurück. Seine Kälte hat nicht verhindert, dass er zu einem nationalen Idol avancierte. Er könnte in China täglich zehn Talkshows besuchen. Er arbeitet lieber. Seit Mai vor allem in New York, wo er alle Kraft in den Aufbau der Allianz mit IBM steckt. "Mein größter Wunsch ist", sagt Yang, "ein guter Unternehmer zu werden." ( BLU )