Was früher für die Linken der Jäger 90 war, waren für die FDP bislang die Steinkohlesubventionen: ein wohlfeiles Argument für billige Wahlversprechen. Wann immer die Liberalen gefragt wurden, wie sie nach einem möglichen Regierungswechsel Steuersenkungen und andere wirtschaftliche Wohltaten finanzieren wollten, lautete eine Antwort von Westerwelle & Co: Schluss mit den Fördertöpfen für die Kohle! Noch im nordrheinwestfälischen Landtagswahlkampf forderte die FDP lautstark den Sofortausstieg.

Nun haben sich die Liberalen mit der CDU in NRW darauf verständigt, die Subventionen aus der Landeskasse bis 2010 um 750 Millionen Euro zu senken.

750 Millionen Euro in fünf Jahren - viele Wohltaten lassen sich damit vorerst nicht finanzieren. Denn nun erweist sich, was ohnehin klar war: Die Steinkohlesubventionen sind seit Jahren stark rückläufig. So viele Milliarden, wie die FDP den Steuerzahlern erlassen will, sind gar nicht mehr im Fördertopf. Ganz zu schweigen von den Altlasten des Bergbaus, für die der Staat auch dann noch wird aufkommen müssen, wenn das letzte Grubenlicht längst verloschen ist.

Nein, mit den Kohlehilfen allein lässt sich kein neuer Staatshaushalt machen.

Dennoch birgt die Düsseldorfer Koalitionsvereinbarung eine Überraschung: Zum ersten Mal stellt auch die CDU ein Auslaufen des subventionierten Bergbaus in Aussicht - ohne Datum freilich und ergänzt um das Attribut sozial verträglich. Ein Kompromiss? Sicherlich. Aber einer mit Perspektive: Sofort heißt später.