Mehr als 280.000 Menschen kamen bei dem Tsunami in Südasien am zweiten Weihnachtsfeiertag 2004 ums Leben. 502 deutsche Todesopfer wurden bislang identifiziert. Auch die 56 noch als vermisst geltenden Deutschen starben vermutlich in den Fluten. Die Zahl der Toten lässt sich jedoch wohl nie genau feststellen, da wegen der Furcht vor Seuchen viele Opfer rasch in Massengräbern beerdigt wurden.

124.000 Menschen wurden nach offiziellen Angaben verletzt und mehr als 1,7 Millionen Einheimische obdachlos. Die versicherten Schäden belaufen sich auf vier bis fünf Milliarden US-Dollar – ein vergleichsweise niedriger Betrag wegen der geringen Versicherungsdichte in den betroffenen Ländern.

Die Soforthilfe in den zerstörten Regionen ist inzwischen weitgehend abgeschlossen. Die großen deutschen Hilfsorganisationen haben sich darauf verständigt, in welche Projekte sie in den nächsten Jahren investieren werden. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) beispielsweise, das die Rekordsumme von 124,6 Millionen Euro eingenommen hat, stellt über die bereits gezahlten 15 Millionen Euro Soforthilfe hinaus weitere 24,9 Millionen Euro für den Aufbau von Krankenhäusern und die Sanierung von Brunnen zur Verfügung. Der Rest der Einnahmen ist noch nicht verplant. Die deutsche Welthungerhilfe, die rund 28 Millionen Euro an Spenden eingenommen hat, will in den kommenden Jahren in den Wiederaufbau ganzer Dörfer investieren.

Auch die ZEIT hatte – in Kooperation mit Sat.1 – eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Dabei gingen 10.250.000 Euro ein. Hinzu kamen 50.000 Euro vom ZEIT- Verlag, die für Soforthilfe wie Matten, Decken, Sarongs und Lebensmittelpakete für 1.000 Familien eingesetzt wurden.

Die weltweite finanzielle Unterstützung des Wiederaufbaus durch Geberstaaten und Institutionen beträgt 4,8 Milliarden Euro. Davon hat die Bundesregierung 500 Millionen Euro für die nächsten drei bis fünf Jahre zugesichert. Mit dem Geld soll unter anderem der Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems sowie der Sanitätseinsatz der Bundeswehr in Indonesien bezahlt werden. Priorität haben auch die Gesundheitsversorgung und der Wiederaufbau von Schulen. Noch in diesem Jahr sollen 125 Millionen Euro ausgezahlt werden. 50 Millionen Euro wurden bisher an die Vereinten Nationen überwiesen, 13 Millionen Euro gingen an die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit. Der Bundeswehreinsatz in Aceh schlägt mit 15 Millionen Euro zu Buche. Sigrid Weise