Die Bundesregierung lehnt die von den USA ins Gespräch gebrachte Erweiterung des UN-Sicherheitsrats um lediglich zwei ständige neue Mitglieder ab. Dies reiche nicht aus, um das derzeitige "Missverhältnis" bei der Zusammensetzung des höchsten UN-Gremiums zu beseitigen, sagte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg am Freitag in Berlin. Insbesondere müssten auch Entwicklungsländer stärker zum Zuge kommen.Nach Angaben des Sprechers hält Deutschland unverändert an dem gemeinsam mit Brasilien, Indien und Japan vereinbarten Plan fest. Er soll im Rahmen der geplanten UN-Reform die Zahl der Sicherheitsratsmitglieder von 15 auf 25 Mitglieder anheben, darunter sechs neue ständige und vier wechselnde Sitze. Vier der sechs ständigen Sitze streben die vier Länder (G-4-Gruppe) für sich an.Nach Stegs Angaben ist die internationale Zustimmung für die Billigung einer entsprechenden Resolution der G-4 in der UN-Vollversammlung, die mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit zustimmen muss, "spürbar gewachsen". Er verwies darauf, dass auch die japanische Regierung dem Vorschlag aus Washington bereits widersprochen habe und weiter an dem Plan der vier Länder festhalten wolle.Der Staatssekretär im US-Außenministerium, Nicholas Burns, hatte erklärt, nach Ansicht Washingtons sollten nur zwei neue Länder in das höchste UN-Gremium aufrücken. Einer der beiden Staaten sollte Japan sein. Nach Stegs Worten haben sich die USA mit dieser Erklärung "konstruktiv" in die noch laufenden Verhandlungen eingebracht und auch der Notwendigkeit einer Erweiterung des Sicherheitsrats zugestimmt. Japan lehnte den US-Vorschlag ab. "Japan kann sich diesem Plan nicht anschließen" sagte Ministerpräsident Junichiro Koizumi am Freitag in Tokio.Nach dem Willen der USA sollen dagegen künftig im Weltsicherheitsrat insgesamt nicht mehr als 19 oder 20 Länder vertreten sein, darunter maximal zwei oder drei neue nicht-ständige Mitglieder. Die US-Regierung will sich außerdem dafür einsetzen, dass das Veto-Recht nicht über die bisherigen fünf ständigen Mitglieder USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China ausgedehnt wird. Als Begründung für eine "moderatere" Erweiterung des Sicherheitsrates führte Burns die Sorge über die Effektivität des Weltgremiums an.Alle Kandidaten müssen im Übrigen aus Sicht der US-Regierung bestimmte Vorgaben erfüllen. Burns nannte dabei Größe, Einwohnerzahl sowie Wirtschafts- und Militärstärke. Darüber hinaus sollten die Beiträge zu UN-Friedensmissionen, Verpflichtung zu Demokratie und Menschenrechten, Beitragszahlungen zu den Vereinten Nationen und die Teilnahme im Kampf gegen den Terrorismus eine Rolle spielen.