Überwachung Tatort StadionSeite 4/4

Auf die Identifikation von Personen hat sich auch das Bochumer Unternehmen Viisage spezialisiert. Deren Muttergesellschaft sitzt in den Vereinigten Staaten. Kein Wunder also, dass ein großer Teil der Kundschaft aus amerikanischen Polizeibehörden besteht. Weltweit kann Hartmuth Freiherr von Maltzahn, der Chef der deutschen Aktiengesellschaft, auf gut 3000 Installationen verweisen, darunter beispielsweise auch in deutschen Casinos oder Kernkraftwerken. Auch er erhofft sich für die WM 2006 »eine große Chance«.

Ebenso klein und fein ist die Firma TVI Lederer aus Sinzing. Ihre Stärke sind so genannte dynamische Kameras. Die sind am Bildschirm per Joystick lenkbar und um 360 Grad drehbar. Die ausgefeilte Technik liefert auf 120 Meter Entfernung gerichtsverwertbare Fotos. In rund 20 deutschen und etlichen ausländischen Stadien ist die Firma mit ihren High-Tech-Produkten bereits präsent. Biometrische Verfahren sollen dabei jedoch noch nicht zum Einsatz kommen.

Bürgerrechtler fordern: Alles löschen!

Die Hersteller richten sich bei der Ausstattung ihrer Systeme stets nach den Wünschen ihrer Auftraggeber. Die aber missachten – wie auch in diesem Fall wieder – oft das Gebot der Datensparsamkeit. Deshalb bleibt selbst den engagierten Bürgerrechtlern vom FoeBud nur noch eine Forderung: »Mit dem Fall des letzten WM-Tores müssen die erwarteten 40 Millionen Datensätze unwiderruflich gelöscht werden.«

Abwarten.

 
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