Auf der Suche nach Möglichkeiten, die Welt zu verbessern, schlug die Weltbank kürzlich einen neuen Weg ein: Sie förderte einen Ideenwettbewerb, der Entwicklungsfachleute und Erfinder aufforderte, Lösungsvorschläge zu erarbeiten, wie man mit möglichst geringem finanziellem Aufwand effektive Zukunftsprojekte umsetzen könnte.

Die Ergebnisse der kreativen Entwicklungsvordenker, die in Washington nun vorgestellt wurden, waren ebenso einfallsreich wie ausgefallen. Aus 42 Ländern reisten die 78 Finalisten an und durften ihre Projekte vorstellen. Gewinnen konnte man Zuschüsse für die jeweiligen Programme.

Ein Konzept, das mit seiner genialen Einfachheit überzeugen könnte, kam beispielsweise von der philippinischen Universität Los Banos: Die Reisbauern des Landes haben keine Probleme mit Wassermangel, dafür aber sehr wohl mit Schnecken, die ihnen die mühsam angelegten Felder abfressen.

Statt wie bisher die ökologisch zweifelhafte chemische Keule in Form von Pestiziden zu schwingen, setzen die Forscher auf Enten. Diese sind nicht nur ein nachhaltiges Kampfmittel gegen die Schneckenplage, sondern bringen erfreuliche Nebenwirkungen mit: Während sie die unliebsamen Schnecken fressen, düngen sie mit ihrem Kot die Felder, legen schmackhafte Eier und ganz nebenbei bieten ihre Nachkommen eine einträgliche zusätzliche Verdienstquelle auf den einheimischen Märkten. So entwickelten die Forscher den Ententransporter "Duck Ranger". Den Käfig auf Rädern können die Bauern mit ihren einachsigen Zugmaschinen transportieren. Für ein Pilotprojekt mit Entenkäfigen für 100 Bauern gewann das Projekt knapp 100.000 Dollar.

Die Biologin Lia Sighart von der deutschen Umweltschutzgruppe CIM beschäftigt sich derzeit mit dem Problem der Wasseraufbereitung im Jemen. In dem Wüstenland herrscht, anders als bei den philippinischen Reisbauern, massiver Wassernotstand. Viel kostbares Wasser des Landes wird für die täglichen rituellen Waschungen in den Moscheen gebraucht – Wasser, das - wiederaufbereitet - gut in der Landwirtschaft einsetzbar wäre.

"Mit dem aufbereiteten Wasser aus einer Moschee kann man einen Hektar Land bewässern", sagte Sieghart. Bei 75.000 Gotteshäusern im ganzen Land ist das mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Sieghart hat mit einem amerikanischen Unternehmen Wasserfilter mit Sand und kleinen Steinchen entwickelt und gewann mit dem Projekt rund 130.000 Dollar, um solche Filter anzuschaffen und Techniker zur Wartung auszubilden.

Trotz kurioser Idee gingen die Wissenschaftler der Universität von Costa Rica und der amerikanischen Cornell Universität leer aus: Sie hatten eine neue Verdienstquelle entwickelt und wollten hierfür Plantagenwirtschaft auf das Meer verlegen. Auf Flößen aus recycelten Plastikflaschen und ähnlichem Material wollten sie Gemüsegärten kultivieren. Bewässert würde mit Regenwasser und unter Plastikplanen kondensiertes Meerwasser.