Da ist einerseits die Furcht vor den Facharbeitern, die für einen halben Euro pro Stunde Qualitätsarbeit leisten. Da ist andererseits die Begeisterung für die größte Nation der Erde, in der jeder flexibel ist und mehr als neunzig Prozent von sich sagen, sie blickten optimistisch in die Zukunft.

Beides, die übertriebene Angst und die distanzlose Schwärmerei, verschleiert den Blick auf die reale Herausforderung. Längst ist China mehr als eine Werkbank der Welt, das Land wird zur Innovationsquelle. Seine Manager kaufen westliche Firmen, aus heimischen und fremden Traditionen entsteht eine Ästhetik für globale Märkte, seine Forscher schrauben sich auf Weltniveau (Wissen, S. 33), seine Kinoindustrie ist lebendig wie keine andere (Feuilleton, S. 46). Weder soziale Not noch politische Diktatur sind damit vergessen. Doch sowohl als Idee wie auch als reale Kraft verändert China die Welt, in der wir arbeiten, studieren, konsumieren.