Mecklenburg-Vorpommern hält an der Lernmittelfreiheit fest. Es sollen weiterhin keine Gebühren für Schulbücher erhoben werden. sagte Bildungsminister Hans-Robert Metelmann (parteilos) am Donnerstag dem Radiosender NDR Info . "Es gebe keinen Anlass, daran irgendetwas zu ändern". In Hamburg hatte die Bürgerschaft Ende April die Abschaffung der Lernmittelfreiheit beschlossen. Dort müssen die Eltern ab dem kommenden Schuljahr alle Schulbücher für ihre Kinder kaufen oder gegen eine Gebühr ausleihen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) veranstaltet am Donnerstag in der Hansestadt einen Protestmarsch zu den Kürzungen im Bildungsbereich und setzt sich für eine gebührenfreie Bildung in Kindergärten, Schulen und Universitäten ein. Die GEW kritisiert, dass unter die Abschaffung der Lernmittelfreiheit und Eintreibung von Schulbuchgebühren besonders finanzschwache Familien zu leiden haben. Die Gewerkschaft verweist darauf, dass die Lernmittelfreiheit sowie die Abschaffung des Schulgeldes bedeutsame Errungenschaften der Nachkriegszeit darstellten. Beides habe dazu beigetragen, auch Kindern aus ärmeren Elternhäusern, den Besuch weiterführender Schulen zu ermöglichen.Die CDU/FDP-Regierung in Niedersachsen hatte die Lernmittelfreiheit unter Hinweis auf die Finanzlage des Landes bereits im vergangenen Jahr gekippt. Mit einer Unterschriften-Liste wehrt sich dort eine Bürgerinitiative gegen die Gesetzgebung: Mittlerweile hat der Landeswahlleiter diese Liste geprüft und bestätigt, dass die Zahl von 70.000 gültigen Unterschriften überschritten wurde. Die Volksinitiative geht deshalb davon aus, dass sich der niedersächsische Landtag erneut mit dem Thema befassen wird. In Schleswig-Holstein sollen Eltern zunächst davon verschont bleiben, Lernmaterialien für ihre Zöglinge zu kaufen. Die Abschaffung der Lernmittelfreiheit ist für Ute Erdsiek-Rave, Ministerin für Bildung und Frauen in Schleswig Holstein, kein Thema: "Ich schließe das für diese Wahlperiode aus", sagte Erdsiek- Rave auf NDR Info. In unserem Bundesland sei im Schulgesetz geregelt, dass die Schülerinnen und Schüler unentgeltlich Lernmittel zur Verfügung gestellt bekommen, in der Regel leihweise, so die Bildungsministerin. "Daran halten wir fest, niemand plant eine Änderung, weder die Schulträgerseite noch das Land."