US-Außenministerin Condoleezza Rice trifft auf der dritten Station ihrer Nahost-Reise heute in Ägypten ein. Bereits im Vorfeld hatte sie angekündigt, bei ihren Gesprächen mit Präsident Husni Mubarak die Notwendigkeit von politischen Reformen in Ägypten unterstreichen zu wollen. Dabei sei es wichtig, "dass die politischen Führer den Wunsch ihrer Bürger nach Reformen hören", sagte Rice am Vorabend ihres Ägypten-Besuchs bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ihrem jordanischen Kollegen Faruk Kassrawi in Amman.

Am Samstag und Sonntag hatte die US-Außenministerin Israel und die Palästinensergebiete besucht. Dabei mahnte sie eine intensivere Zusammenarbeit von Israelis und Palästinensern bei dem Abzug aus dem Gazastreifen an. Mit einem "Masterplan" für die Übergabe von Wohngebieten und Betriebsflächen sollte der beste Nutzen für die palästinensische Wirtschaft erreicht werden.

"Ein erfolgreicher Abzug wird die Sicherheit Israels erhöhen und sollte Israelis und Palästinensern mit dem Blick auf eine bessere Zukunft ein Gefühl der Zuversicht und des Vertrauens geben", sagte Rice dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon. Ein Erfolg werde den Friedensprozess mit den Palästinensern stärken, sagte Scharon. Die Früchte der geplanten Räumung seien bereits zu erkennen, meinte er. Beide bezeichneten den Abzug als "historischen Prozess". Scharon forderte die Palästinenserführung auf, mehr gegen Terrorismus und Gewalt zu unternehmen.

Zum Auftakt ihrer Nahost-Reise hatte die US-Außenministerin Palästinenserpräsident Mahmud Abbas getroffen. Rice betonte in Ramallah, der Abzug aus dem Gazastreifen sei "die beste Chance für eine Wiederbelebung" des internationalen Friedensplans, der Road Map , für Nahost.

Sie bescheinigte Abbas erste konkrete Schritte im Kampf gegen Gesetzlosigkeit in den Palästinensergebieten. "Aber es muss viel mehr getan werden", mahnte sie. Die palästinensischen Sicherheitskräfte müssten aktiv gegen Gesetzlosigkeit und Terrorismus vorgehen. Zu der Frage nach einem Verbot der radikal-islamischen Hamas-Organisation bei den palästinensischen Parlamentswahlen sagte sie, die Palästinenser müssten sich bei den Wahlen nach ihren Gesetzen richten. Die USA lehnten Kontakte mit Hamas jedoch ab, weil es sich um eine Terrororganisation handele. Auch der Besuch Rices in Nahost wurde wieder von Gewalt überschattet.