Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) verlangt, dass künftig bei Arbeitnehmern Krankheitstage anteilig auf den Urlaubsanspruch angerechnet werden. "Wir müssen doch in den Betrieben erwirtschaften, (...) dass wir Urlaub bezahlen können", sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks am Montag im ZDF. Im bayerischen Manteltarifvertrag für Konditoren ist laut Focus vorgesehen, für je fünf Krankheitstage einen Urlaubstag zu streichen - mit einem maximalen Urlaubsverlust von drei Tagen pro Jahr. Auch der Einzelhandel fordert Änderungen an den Urlaubsregelungen. "Sonderurlaube sollten komplett gestrichen werden", sagte der Sprecher des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels, Hubertus Pellengahr, dem Tagesspiegel . Zusätzliche Urlaubstage für Hochzeit, Beerdigungen oder Umzüge seien ein Luxus, den sich die Wirtschaft nicht mehr leisten könne. Kentzler war mit seinem Vorschlag am Wochenende auf heftigen Widerstand unter anderem bei den Gewerkschaften gestoßen. Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, sagte dem Tagesspiegel , hinter dem Vorstoß stecke die Absicht, die Arbeitszeiten zu verlängern. FDP- Generalsekretär Dirk Niebel wies Kentzlers Vorstoß zurück. "Ich halte diesen Vorschlag für Unsinn. Krankheit ist Krankheit, und Urlaub bleibt Urlaub", sagte er der Berliner Tageszeitung B.Z. . Wenn die Arbeitgeber weniger Urlaub vereinbaren wollten, sollten "sie das offen sagen und nicht in die Trickkiste greifen". Die IG Metall nannte den Vorschlag "völlig absurd". Urlaubstage, so hieß es weiter, gelten der Erholung, um anschließend im Job voll leistungsfähig zu sein. Deutschland habe zudem derzeit einen historisch gesehen niedrigsten Krankheitsstand.