debatte Der Roman schaut in fremde Zimmer hineinSeite 3/3
Der Romanautor ist Realist, egal, welchen Stil er bevorzugt. Denn er weiß, dass die Zeit vergeht und mit der Zeit auch er. So ist das. So muss das sein. Das ist die bittere Wahrheit, gegen die der Romanautor, wenn alles gut geht und solange es gut geht, unerbittlich anschreibt.
In einem Text des jungen Hofmannsthal heißt es: »Er empfand plötzlich eine Sehnsucht danach, in fremde Zimmer hineinzuschauen und fremde Menschen fühlen zu fühlen.« Das gilt auch und erst recht für den Autor von Romanen, die von nichts anderem als vom Romanautor handeln.
Der Romanautor ist jemand, der immer zurückblickt. Egal, wohin er sich wendet. Der Romanautor ist, auf seine Weise, immer schon tot.
(Da hilft auch die schönste Kritik nichts.)
Uwe Tellkamp
Werte Kollegen vom Relevanten Realismus! Wir müssen gute Bücher schreiben und schlechte vermeiden.
The rest is irrelevant
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Lesen Sie hier das »Manifest für einen Relevanten Realismus« von Martin R. Dean, Thomas Hettche, Matthias Politycki und Michael Schindhelm
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- Datum 23.06.2005 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 23.06.2005 Nr.26
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