Kinderarbeit Gegen ein VerbotSeite 2/2

Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gibt es etwa 350 Millionen arbeitende Kinder auf der Welt. Viele davon werden ausgebeutet, misshandelt und führen gesundheitsschädliche und unpassende Arbeiten aus. Die wenigsten, die in Sklaverei und Schuldknechtschaft tätig sind, können von den Organisationen erreicht werden. Dennoch wird versucht, auch solche Kinder einzubeziehen. Exemplarisch hierfür sind zentrale Sammelstellen für transnationale Arbeitsmigrationen. Liebel berichtet, dass sich manche Kindergruppen an solchen Orten versammeln und Leidensgenossen über Kinderhandel, Verschiffung und Verschleppung aufklären. Jugendliche, die zum Beispiel als Saisonarbeiter und Erntehelfer zurückkehren, würden begrüßt und erhielten beim Wiedereinstieg in die Gesellschaft solidarische Unterstützung, so Liebel.

Der engagierte Verbraucher gerät in seinem Streben nach politisch und ökologisch korrektem Handeln jedoch in einen Konflikt: Bislang konnte man mit der Unterstützung fairer Labels und Gütesiegel neben dem Konsumdrang auch sein Gewissen beruhigen. Doch viele dieser Organisationen lehnen Kinderarbeit ab. Damit setzen sie nach Ansicht Liebels ein falsches Signal: Das negative Image von Kinderarbeit würde sich dadurch verstärken und eine Aufklärung fände nicht statt. Positiv hingegen sei die Entwicklung in Italien zu beurteilen: Die Kooperative Equo Mercato vertreibt Produkte aus Kinderinitiativen in Weltläden, Plaketten an den Waren erläutern die Entstehungshintergründe. Nun bekundete sogar eine der wichtigsten Supermarktketten Italiens ihr Interesse an einer Zusammenarbeit.

Es wird wohl noch lange dauern, bis die Kinder jene Akzeptanz erreicht haben, die sie sich wünschen. Eines haben sie jedoch, dank intensiver Unterstützung von Mitstreitern wie Manfred Liebel, bereits geschafft: den Sprung in den entwicklungspolitischen Diskurs.

 
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