uni Grünes Licht für Deutschlands Spitzenforschung

Am Donnerstag haben die Ministerpräsidenten von Bund und Ländern die so genannte „Exzellenzinitiative“ angenommen. Damit startet ab 2006 ein 1,9 Milliarden umfassendes Förderprogramm, das die Qualität des Wissenschaftsstandortes Deutschland anheben und die deutsche Forschung im internationalen Wettbewerb wieder konkurrenzfähig machen soll

Mit der „Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen“ ist nun der Weg frei für 30 neue Spitzenforschungszentren an den Hochschulen und 40 weitere Graduiertenkollegs für Nachwuchswissenschaftler. Zwischen 2006 und 2011 werden insgesamt 190 Mio. bzw. 380 Mio. Euro pro Jahr für wissenschaftliche Aktivitäten bereit gestellt. Bund und Länder haben sich hierbei auf ein Finanzierungsverhältnis von 1:3 geeinigt, wobei die jeweiligen Projektländer 25 Prozent der Unterstützung für ein Projekt tragen. Die restlichen 75 Prozent der Kosten werden vom Bund übernommen. Das alles wird nach Aussage aller Experten der deutschen Forschung einen gewaltigen Schub nach vorn bringen.

Der Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Gerd Köhler, steht der Initiative skeptischer gegenüber. Er sieht in dem neuen Förderprogramm keinen Fortschritt für das deutsche Hochschulwesen. Anstatt einen Beitrag zur Verbesserung der Studienbedingungen zu leisten, würde diese Initiative weder Probleme in der Doktorandenförderung beheben, noch die unter dem Begriff „Forschungs-Cluster“ verstandene Zusammenarbeit von Hochschulen, Forschungsinstituten und Unternehmen intensivieren können. „Wir brauchen eine Gesamtstrategie für den Hochschul- und Forschungsbereich“, sagt Köhler.

Ähnlich argumentieren Studentenverbände. Janna Schumacher vom Asta Hamburg hält nichts davon, „Leuchtturm-Universitäten“ aufzubauen und die Ungleichheit der Bildungschancen in Deutschland weiter zu verstärken. Außerdem befürchtet sie, dass die ohnehin schon vernachlässigten geisteswissenschaftlichen Fächer dem steigenden Konkurrenzdruck nicht gewachsen sind und kein Stück vom Kuchen bekommen.

Wer von dem Programm profitiert, wird eine Kommission des Wissenschaftsrates und der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie den Ministern von Bund und Ländern entscheiden. Die erste Ausschreibungsrunde für einen Förderbeginn ab 2006 war ursprünglich noch für dieses Jahr geplant. Aufgrund der Verzögerungen im Einigungsprozess wird sich der Programmbeginn jedoch nach hinten verschieben. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung geht von einem Förderbeginn im Sommer 2006 aus. Angesichts des politisch heißen Sommers in Berlin eine optimistische Prognose.

Anne Gudurat

 
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