Schule Wenn der Inspektor zweimal klingeltSeite 7/7

Die so genannte externe Evaluation kennzeichnet einen grundsätzlichen Perspektivwandel der Bildungspolitik. Bislang steuern die Kultusministerien ihre Schulen mit einer Unzahl von Verordnungen und Erlassen. Ob die staatlichen Vorschriften jedoch eingehalten werden oder die erwünschten Ergebnisse erzielen, prüfen sie nicht. In Zukunft soll die umgekehrte Gleichung gelten: Der Staat überlässt die Detailsteuerung den Schulen. Sie sollen ihr Budget stärker eigenständig verwalten, bei Personal und Unterricht mehr Freiheit erhalten. Im Gegenzug kontrolliert der Staat umso genauer die Ergebnisse des pädagogischen Bemühens. Output- statt Inputsteuerung nennen das die Bildungsstrategen.

Vorbild für den niedersächsischen Schul-TÜV sind die Niederlande, wo die Inspektionen seit mehr als 200 Jahren zum Schulalltag gehören. Die offiziellen Visiten haben dort geholfen, Schulen aus ihrer Isolation herauszuholen und Lehrerkollegien zu bewegen, gemeinsam Unterricht und Schulkultur zu verbessern. Anders als in den Niederlanden oder Großbritannien sollen Inspektionsberichte in Niedersachsen jedoch nicht veröffentlicht werden. Nur Lehrer, Schüler und ihre Eltern dürfen die Beurteilung lesen. Und noch etwas soll den Argwohn der deutschen Pädagogen gegen die Kontrolle besänftigen: Am Ende der Schulprüfung werden alle Bögen, mit denen Inspektoren den Unterricht bewerten, anonym erfasst und dann vernichtet.

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