die zukunft des kapitalismus Der Firma Deutschland fehlt der Auftrag
Warum wir keine Globalisierungsopfer sind und nicht zum Geldverdienen taugen. Ein Gespräch mit dem Schriftsteller und Unternehmer Ernst-Wilhelm Händler
DIE ZEIT: Herr Händler, beunruhigt Sie die Lage in Deutschland mehr als Unternehmer – oder mehr als Schriftsteller?
Ernst Wilhelm Händler: Als Schriftsteller kann ich mich nicht beschweren. Trotz aller Klagen werden so viele Bücher publiziert wie nie. Und auch gelesen. Wenn ich mich sorge, dann als Unternehmer.
ZEIT: Worin besteht diese Sorge?
Händler: Wir haben ein massives ökonomisches Problem, wir verzeichnen einen Wohlstandsverlust in Verbindung mit einer hohen Zahl von Arbeitslosen. Das ökonomische Problem rührt aber nicht von der Globalisierung her, das ist Unsinn. Deutschland ist eine Firma, die früher viele Dinge konnte, die andere nicht konnten. Bislang hatten wir immer einen Vorsprung auf dem Gebiet der Technik, niemals auf dem Gebiet der rationellen Massenproduktion. Hier sind Produkte in einer Qualität gefertigt worden, die woanders nicht zustande gebracht wurde.
ZEIT: Diese Sonderstellung haben wir verloren?
Händler: Wir haben kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Das ist der Grund für den Wohlstandsverlust, nicht der »Heuschrecken«-Kapitalismus.
ZEIT: Was tun? Sollte man einfach neue Dinge erfinden, um die alte Stellung wiederzuerlangen?
- Datum 30.06.2005 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 30.06.2005 Nr.27
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