Die braune Brause hat ihren Namen von zwei Geschmacksstoffen, die sie enthält: den der Kolanuss und den der Kokapflanze. Aus Letzterer wird Kokain gewonnen. Als die Coke-Formel 1886 entwickelt wurde, ging man damit recht sorglos um. Coca-Cola wurde sogar als Medizin vermarktet, die gegen »Nervenleiden« wie Kopfschmerz und Melancholie wirken sollte.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Schattenseiten des Kokain offenbar, und in der Presse wurde sogar nach Maßnahmen gegen den Limofabrikanten gerufen. Der stellte seine Produktion um – seitdem enthält die Cola nur noch Kokablätter, denen der Suchtstoff entzogen wurde.

An die große Glocke hat Coca-Cola diesen Wandel nie gehängt. Als die Firma 1985 die berühmte Formel veränderte, tat sie das angeblich zum ersten Mal seit 99 Jahren. Das war offensichtlich nur die halbe Wahrheit. Christoph Drösser

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